Bittersweet

August 27, 2008

Das Wort geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Was bedeutet es eigentlich ganz genau? Dass etwas wunderschön ist, aber dass da eben etwas existiert, das all die Freude, die dein Herz plötzlich erfüllt, dämpft? Ein kalter Windhauch inmitten eines wohligen Wärmegefühls? Der plötzliche Krampf nach einem eigentlich befreienden Waldlauf? Der oft erwähnte bittere Nachgeschmack? Wann setzt dieser Nachgeschmack ein? Für mich ist er jedenfalls (noch) nicht bitter genug um das Stückchen Glück nicht noch einen Augenblick mehr genießen zu wollen.

Ich glaube auch fast, dass so große brutale Metaphern und Vergleiche wie mit Muskelkrämpfen noch erträglicher wären als dieses ständige, immer schwelende ungute Gefühl im tiefsten Innern. Und der Anflug von Traurigkeit genau in dem Moment, in dem man doch so unglaublich erfüllt ist von einem Glücksgefühl. Eines, das man schon so lange nicht mehr spüren durfte und gleichzeitig so sehr vermisst hatte. Diese Traurigkeit ist die schlimmste jemals gefühlte. Klein und unscheinbar aber immerwährend vorhanden und fast unmöglich zu verdrängen. Sie ist da und sie wird immer da sein. Bis zum Ende. Weil hier ein Ende existiert. Weil es keine andere Möglichkeit gibt.

Bitterkeit. Aber doch auch die Süße des Glücks. Lieber wenigstens ein bisschen Glück als gar keines? Oft sind die schönsten Dinge nicht perfekt. Dennoch oder gerade deswegen liebt man sie so sehr, dass man sie nicht aufzugeben bereit ist. Bittersüß bezeichnet auch die Schönheit des Glücks. Und noch heißt es für mich zurzeit vor allem das.

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